• Gruppe vieler unterschiedlicher Figuren
Mensch und Gesellschaft

Sieben Heringe - Meine Mutter, das Schweigen der Kriegskinder und das Sprechen


Kurs-Nr. U141113
EzV
Datum Do., 24.03.2022, 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Dauer 1 Termin, insg. 2 Ust.
Teilnehmerzahl ab 8
Entgelt 7,00 €
Leitung
Jürgen Wiebicke
Jürgen Wiebicke studierte Germanistik und Philosophie. Er begann 1997 als freier Journalist beim Sender WDR 5. Dort moderiert er das Vormittagsprogramm Neugier genügt und jeden Montagabend Das philosophische Radio. Weiterhin moderiert er in unregelmäßigen Abständen die Sendung Länderzeit im Deutschlandfunk. Wiebicke arbeitet am Programm des internationalen Philosophie-Festivals phil.Cologne mit. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Medienethik-Preis META der Hochschule der Medien Stuttgart ausgezeichnet.
Kursort
Kulturforum Franziskanerkloster
Burgstraße 19, 47906 Kempen
Kooperationsveranstaltung mit dem Förderverein der Stadtbibliothek Kempen
»Ich weiß, wie wenig selbstverständlich es ist, dass das Gespräch zwischen den Generationen am Lebensende glückt.« Was wissen wir wirklich über das Leben unserer Eltern, der Kriegskinder? Wann ist der richtige Zeitpunkt, zum Archäologen des eigenen Lebens zu werden und die Eltern zu befragen? Jürgen Wiebicke folgt den Berichten seiner Eltern, die konfrontiert mit dem Tod von einer radikalen Offenheit getrieben sind und ihre Erlebnisse nicht mehr für sich behalten wollen.
»Man hat den Tod eines Menschen mit dem Brand einer Bibliothek verglichen. Bestimmte Geschichten können anschließend nicht mehr erzählt werden. In dieser Hinsicht ist der Tod ein einziger Skandal, ein großer Vernichter.« Als sich für die Mutter von Jürgen Wiebicke das Lebensende abzeichnete, wollte er es besser machen als beim Tod des Vaters. Mit beiden führte er - in dieser Intensität zum ersten Mal - Gespräche über deren Leben und Erfahrungen, damit die Erlebnisse der Generation, die Krieg und Nationalsozialismus als Jugendliche miterlebt hat, nicht mit dem Tod verschwinden. Doch nur bei der Mutter schrieb er mit. Alles aufzuschreiben scheint besonders wichtig, weil die Geschichtsleugner und Hassbereiten wieder aus den Löchern kriechen, während die letzte Generation der Zeitzeugen abtritt. Liegt das auch daran, dass Zyklen von Krieg und Frieden mit verblassender Erinnerung zusammenhängen? Jürgen Wiebicke erzählt exemplarisch von einer Generation, die den Krieg mit voller Wucht abbekam, und zieht die Parallelen zur heutigen Zeit. Und er schreibt über das Sterben und den Tod in der heutigen Gesellschaft, für die der Umgang mit dem Thema Endlichkeit immer problematischer wird.

Jürgen Wiebicke studierte Germanistik und Philosophie. Er begann 1997 als freier Journalist beim Sender WDR 5. Dort moderiert er das Vormittagsprogramm Neugier genügt und jeden Montagabend Das philosophische Radio. Weiterhin moderiert er in unregelmäßigen Abständen die Sendung Länderzeit im Deutschlandfunk. Wiebicke arbeitet am Programm des internationalen Philosophie-Festivals phil.Cologne mit. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Medienethik-Preis META der Hochschule der Medien Stuttgart ausgezeichnet.
Datum
Do., 24.03.2022
Uhrzeit
19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Ort
Kulturforum Franziskanerkloster
Burgstraße 19, 47906 Kempen


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