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"Whatever it takes": Finanzmärkte, EZB, MMT und der green new deal


Kurs-Nr. Q721251
Datum Di., 21.01.2020, 19:00 Uhr - 21:15 Uhr
Dauer 1 Termin, insg. 3 Ust.
Teilnehmerzahl 10 bis max. 50
Anmeldeschluss 13.01.2020
Entgelt 0,00 €
Leitung Manfred Böttcher
Dr. Tobias Kunstein
Dr. Stefan Berger, MdEP
Bernhard Jäger
Kursort
VHS-Grenzlandgrün-Veranstaltung
Unser Geld besteht aus wertlosem Papier und Datenbankeinträgen. Wertvoll wird es durch unser Vertrauen in das Bankensystem. Als Vertrauensgarant für die Aufrechterhaltung der Geldwertstabiltät des Euro gilt die politisch unabhängige Europäische Zentralbank (EZB).
"Whatever it takes" - das sind nach Auffassung mancher Ökonomen die drei Worte des ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi, die am 26. Juli 2012 den Euro und die Europäische Union gerettet haben. Im Zuge ihrer unkonventionellen Rettungsmaßnahmen über Anleihekäufe hat die EZB zwischen 2015 und 2018 ungefähr 2,6 Billionen Euro "aus dem Nichts" erschaffen.
Die europäischen Geldmengen wachsen schneller als die Realwirtschaft. Sie landen aber nicht in die Sanierung von Schulen, in Maßnahmen zum Klimaschutz oder in den Sozialstaat, sondern in den privaten Händen weniger Vermögender. Und die sorgen durch den Kauf von Finanzprodukten, Aktien oder Immobilien für steigende Preise und für soziale Verwerfungen.
In jüngster Zeit etabliert sich mit der "Modern Monetary Theory" (MMT) eine neue volkswirtschaftlichen Denkschule. Sie geht davon aus, dass im modernen Geldsystem der Staat das Geld ausgibt und dann die Geldmenge gemeinwohlorientiert durch Steuern regelt. Zunehmend werden Stimmen laut, die unter großem Zeitdruck stehende Klimapolitik und einen "green new deal" quasi über die "staatliche Notenpresse" zu finanzieren.
Auch die EU will das Finanzsystem in eine Position bewegen, "in der es die Wirtschaft so unterstützt, dass sie auf nachhaltiger Grundlage funktionieren kann." Wirtschaft soll die Ziele der UN-Agenda 2030 und des Pariser Klimaabkommens verfolgen, um "einen gesunden Planeten sowie faire inklusive und krisenfeste Gesellschaften und florierende Volkswirtschaften" zu gewährleisten.
Welche Rolle spielen die EZB und die Europäische Investitionsbank (EIB) bei den green-finance Strategien der EU? Wie funktionieren eigentlich EZB und der europäische Geldmarkt? Gelten die alten volkswirtschaftlichen Theorien noch? Was ist von der MMT zu halten?
Dr. Stefan Berger - MdEP (Jg. 1969) ist Wirtschaftswissenschaftler und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments.
Bernhard Jäger (Jg. 1947) hat unter anderem als Bankkaufmann an der Frankfurter Börse, als Broker in London und in Hong Kong für eine deutsche Bank gearbeitet. Er beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Finanzmärkte auf den menschlichen Alltag.
Dr. Tobias Kunstein ist Volkswirt und Politikwissenschaftler, Geschäftsführer des Instituts für Politische Wissenschaften und Europäische Fragen an der Universität Köln und Mitglied des Vorstands der Europa Union Köln. Er beschäftigte sich in seiner Diplomarbeit und Dissertation mit Fragen der Eurozone und der Europäischen Zentralbank.

Termine

Datum
Di., 21.01.2020
Uhrzeit
19:00 Uhr - 21:15 Uhr
Ort
Rathausmarkt 1 B, Viersen, Albert-Vigoleis-Thelen-Stadtbibliothek


Kreisvolkshochschule Viersen

Willy-Brandt-Ring 40 | 41747 Viersen
0 21 62 / 93 48 0
0 21 62 / 93 48 99
vhs@kreis-viersen.de




Öffnungszeiten

montags bis freitags von 09:00 bis 16:00 Uhr
und nach Vereinbarung